Meine Stammzellspende: Vielleicht die wichtigste Sache, die ich je getan habe
Zeit für Lebensretter:innen
Meine Stammzellspende: Vielleicht die wichtigste Sache, die ich je getan habe!
Lisa, 20, berichtet von ihrer Stammzellspende und warum für sie von der ersten Sekunde an klar war: "Ich sage Ja."
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01.04.2026
Vier Jahre nach ihrer Registrierung klingelte Lisas Telefon und plötzlich war sie keine potenzielle Spenderin mehr, sondern die einzige Chance eines kranken Menschen auf ein neues Leben. Hier erzählt die 20-Jährige, wie ihre Stammzellspende ablief und warum sie es jederzeit wieder tun würde.
Hallo, ich bin Lisa. Ich bin 20 Jahre alt, befinde mich im 2. Lehrjahr zur Pflegefachkraft und ich habe einem fremden Menschen mit Leukämie die Hoffnung auf ein gesundes Leben geschenkt. Klingt groß? Ist es auch. Und gleichzeitig hat es sich so selbstverständlich angefühlt, wie kaum etwas zuvor.
Drei Wattestäbchen und eine Entscheidung, die alles verändert
Vor ungefähr vier Jahren habe ich mich registrieren lassen. Drei Wattestäbchen, ein Wangenabstrich, fertig. Das war alles. Keine große Sache – zumindest dachte ich das damals. Denn für den Menschen, der irgendwann auf deinen genetischen Zwilling wartet, bedeutet diese Registrierung vielleicht Jahrzehnte mehr Leben.
Dann kam Anfang des Jahres der Anruf. Du kommst als potenzielle Spenderin in Frage. Mir standen sofort die Tränen in den Augen. Irgendwo da draußen kämpft ein Mensch ums Überleben und ich bin gesund. Ich kann helfen.
„Ich könnte tausend Gründe nennen, warum ich gespendet habe. Aber keinen einzigen, warum ich es nicht hätte tun sollen."
Für mich war die Antwort sofort klar: Ja. Ohne Zögern. Und vielleicht kann irgendwo ein Herz weiter schlagen – einfach nur, weil ich Ja gesagt habe.
Die Vorbereitung: Mein Körper gibt alles
Die Voruntersuchung am Uniklinikum Leipzig verlief reibungslos und dann stand fest: Ich darf spenden. Ich war so glücklich. Meine Gedanken waren die ganze Zeit bei dem Empfänger.
Als Vorbereitung musste ich mir mehrere Tage lang Wachstumsfaktoren (G-CSF) injizieren. Damit werden die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut mobilisiert – also dorthin geschwemmt, wo sie für die Apherese (die Entnahme per Blutabnahme) zugänglich sind. Das war ziemlich anstrengend für meinen Körper. Aber kein Vergleich zu dem, was der Empfänger durchmacht.
Ein besonderer Dank gilt außerdem an Rosi vom VKS-Team, die mich bei der Voruntersuchung und nach der Spende betreut hat. Diese Begleitung hat mir viel Sicherheit gegeben.
Der Tag der Spende: Ein Moment fürs Leben
Dann war es so weit. Der Spendetermin verlief schnell und komplikationslos. Das Team vor Ort war unglaublich herzlich und mein Papa war als Begleitung dabei, was mir so viel bedeutet hat. Dank der guten Mobilisierung war ich sogar zwei Stunden früher fertig als geplant.
„Das Gefühl danach ist unbeschreiblich und kaum in Worte zu fassen. Auch wenn ich jetzt noch daran denke, habe ich jedes Mal Tränen in den Augen – weil ich jemanden eine Chance auf ein neues Leben geben durfte."
Meine Botschaft – an dich
An meinen Empfänger: Auch wenn wir uns nicht kennen – ich denke an dich. Ich wünsche dir vom Herzen, dass du gesund wirst und eine glückliche Zukunft voller schöner Momente hast. Es war eine Ehre für mich. Und ich stehe jederzeit wieder als Spenderin bereit.
Und an alle, die noch nicht registriert sind: Vielleicht bist genau du der Mensch, auf den jemand verzweifelt wartet. Eine Registrierung dauert nur wenige Minuten. Für jemand anderen bedeutet sie vielleicht Jahrzehnte mehr Leben. Du könntest also der Grund sein, warum jemand eine Zukunft hat.
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