GENETISCHER ZWILLING GEFUNDEN

Bruno ist endlich krebsfrei

Nach über drei Jahren hält Bruno den Befund in der Hand. Krebsfrei, das ist ein großes Wort nach einem so langen, steinigen Weg und doch kann es nicht im Ansatz beschreiben, was Bruno und seine Familie an diesem Tag gefühlt haben.
Teilen
20.10.2025

Bruno strahlt über das ganze Gesicht. Er hält das Blatt Papier fest in der Hand, denn da steht drauf, was er selbst an diesem Tag fast noch gar nicht glauben kann. Es sind keine Krebszellen mehr in seinem Körper zu finden. Seiner Mama, die den Zettel zuerst in der Hand hielt, geht es ebenso. Da ist diese riesige Freude und trotzdem noch dieses Gefühl: Passiert das gerade wirklich? Ja, es passiert. Bruno, der kleine Star Wars Fan, ist krebsfrei.

Wie alles begann: Bruno erhielt die Diagnose

Als Bruno vor mehr als 3 Jahren erkrankte, musste seine Familie schlagartig viel Zeit im Krankenhaus verbringen, Bruno ging es sehr schlecht und er musste sofort behandelt werden. Eine besonders schwere Form von Leukämie wurde bald diagnostiziert und es stand fest, dass es kein einfacher Weg werden würde. Trotzdem gab es zu diesem Zeitpunkt noch die Hoffnung, dass Bruno auch ohne eine Stammzellspende gesund werden könnte. Also, ertrug er tapfer alle Behandlungen, seine Chemotherapie mit all ihren Nebenwirkungen und all das, was so unnormal ist für ein kleines Kind. Wieso kann ich nicht zu Hause sein? Wo sind meine Freunde? Warum muss ich etwas essen, wenn es doch weh tut. Und immer wieder diese Pflaster und Piekse. Doch was Bruno auch tat, es reichte nicht. Schnell kamen die Krebszellen wieder und wieder.

Der Hoffnungsschimmer: Bruno erhält eine Stammzellspende

Eines Tages war es klar, Bruno braucht eine Stammzellspende. Und die Suche nach der einen Person begann. Warten, zittern und dann war er da, dieser eine Mensch, der Stammzellen für Bruno spendete. Mama Denise war erleichtert, aber der Weg zu dem "Beutel voller Zellen", in dem die Stammzellen sind, war so weit. MRT, CT, Chemotherapie, 24 Stunden Infusionen, Immungluboline, Strahlentherapie, alles reihte sich aneinander und Bruno ging es oft nicht gut. Immer dieses Fieber, immer dieser Schmerz beim Essen und Trinken. Es ist kaum vorzustellen, was er einfach gemeistert hat. Und doch, die Zellen taten ihre Arbeit und die weißen Blutkörperchen fingen an, sich in Brunos Körper zu bilden. Irgendwann, Monate nach seiner Transplantation, reiste er mit seiner Familie ans Meer. Ein bisschen Unbeschwertheit gepaart mit der Hoffnung, dass jetzt vielleicht alles gut wird?  Bruno blieb jedenfalls entschlossen bei seiner Aussage: "Ich trete dem Krebs in den Hintern" und strahlte dem Leben entgegen, wann immer er konnte. Unvergessen, wie Mama Denise ihm erklärte, wie seine Zellen sich gerade ihre Wohnung in seinem Körper einrichten. Da wird gehämmert und da liegt noch Tapete, aber irgendwann ist es schön und die Wohnung fertig.

Der Moment: Keine Krebszellen mehr zu finden

Und dieser Moment kam. 1.500 Mutperlen. 1.500 Schritte in 3 Jahren auf Brunos Weg zum Gesundwerden. Einer davon war die Stammzellspende, die Bruno eine neue Lebenschance schenkte. Seine liebsten Menschen ließen ihn nie allein. Und dann war da noch Bruno selbst, der sich einfach nicht unterkriegen ließ. All das zusammen hat gemacht, dass Bruno und seine Mama Denise im September den Befund in ihrer Hand hielten und es kaum glauben konnten. In Brunos Körper konnten keine Krebszellen mehr gefunden werden. Da stand einfach eine 0. Krebsfrei, ein Wort, das einfach ALLES bedeutet. Bruno, der inzwischen 7 Jahre alt ist, war auf der Heimfahrt ganz ruhig, weil er es fast nicht glauben konnte. Aber dann hieß es, raus aus dem Krankenhaus und rein ins Leben, einen Spaziergang mit seinem Onkel im Wald genießen, mit anderen Kindern Zeit verbringen, wieder lernen Appetit zu haben... Brunos macht seine Schritte in seinem Tempo. Nicht jeder davon ist leicht und seine volle Stärke muss sich erst wieder aufbauen. Ein Erkältungsfieber lässt Mama Denise hier und da mal zusammenzucken und doch ist es an seiner Mutperlenkette abzulesen. Krebsfrei. Kind sein. Bei Mama sein. Es ist die schönste Nachricht, die wir uns vorstellen können.

Ist jetzt dein Moment, aktiv zu werden?

Du siehst, auf der Welt gibt es kleine Menschen und große Menschen, die vielleicht gestern noch gesund waren und heute die Diagnose erhalten, die alles ändert. Blutkrebs. Wenn du ihnen helfen möchtest und dich dazu bereit fühlst, registrier dich als Stammzellspender:in und sende ein Licht der Hoffnung. Wir brauchen mehr Wärme in der Welt und wir alle können dazu beitragen.

Weitere News für dich

Wissen to go

Stammzellspende und Knochenmarkspende: Was sind die Unterschiede?

Wenn ein Mensch schwer an Blutkrebs erkrankt, braucht er in vielen Fällen eine Stammzelltherapie. Dafür wird durch eine Chemotherapie das Immunsystem zusammen mit den Krebszellen zerstört. Um anschließend ein neues Immunsystem aufzubauen, braucht es gesunde Stammzellen. Diese kann nur ein:e gesunde:r Spender:in geben. Die beiden großen Spendearten haben also eine Gemeinsamkeit: Sie zielen darauf ab, gesunde Stammzellen zu gewinnen. Ansonsten unterscheiden sie sich deutlich im Ablauf.

/ 24.02.2026 Lies weiter
Zeit für Lebensretter:innen

„Im besten Fall rettest du Leben.“ – Niklas’ Weg zur Stammzellspende

Niklas hat sich 2023 bei einer Aktion im Krankenhaus Mittweida registrieren lassen – einfach nur mit drei Wattestäbchen. Im November 2025 wurde er dann als Stammzellspender angefragt. Hier erzählt er ehrlich, wie sich Aufregung, Zweifel und Hoffnung angefühlt haben und warum fünf Minuten alles verändern können.

/ 24.02.2026 Lies weiter
DAS LEBEN FEIERN.

Match'n'Connect: Ein Abend voller Begegnungen im Kampf gegen Blutkrebs

Wie ist das eigentlich, an Blutkrebs zu erkranken? Wie fühlt sich eine Stammzellspende an und wie läuft sie ab? Was motiviert dich, dich auf Typisierungsaktionen stark zu machen, um anderen zu helfen? Und dann all diese Magic Moments. Mutmacherfamilien treffen auf echte Löwenmamas, genetische Zwillinge liegen sich in den Armen, Mediziner:innen leisten Einzigartiges und drumherum dieses besondere Engagement der Lifesaver Community. Mitten drin stand Marisol mit klopfendem Herzen und abwechselnd einem Lächeln im Gesicht oder einer kleinen Träne in den Augen, denn sie weiß, was es bedeutet, so jung zu erkranken und stärker zu sein, als man selbst denkt.

/ 12.02.2026 Lies weiter